In den Geisteswissenschaften gibt es grundsätzlich die Trennung der Quellen oder Primärmaterialien von der Forschungsliteratur. Dementsprechend findet sich häufig die Trennung in Quellen- und Literaturverzeichnis. Die ungedruckten Quellen werden stets von dem Verzeichnis der Druckwerke getrennt, da hier nach Aufbewahrungsort mit Signaturen zitiert wird.
Gedruckte Quellen und Quellensammlungen werden dagegen im Literaturverzeichnis nachgewiesen, wo sie wiederum ausgegliedert werden können, wenn dies möglich ist.
Bei gedruckten Quellen ist zunächst darauf zu achten, dass die aktuelle anerkannte Edition herangezogen wird und nicht irgendeine beliebige. Die kritischen Ausgaben liegen häufig als unselbständige Veröffentlichungen in größeren Editionswerken vor.
Es ist allgemein üblich, den Editor bzw. Herausgeber des Quellentextes und den Druckort (das ist eigentlich die Stelle im Editionswerk, nicht etwa der Ort, in dem das Werk gedruckt worden ist!) anzugeben. In humanistisch-lateinischer Tradition werden der einzelne Editor mit »ed.« für ediderit, mehrere Editoren mit »edd.« für ediderunt kenntlich gemacht.
Auch bei den literarischen Quellen sollte eine gute kritische Ausgabe herangezogen werden. Die erste gedruckte Ausgabe eines solchen Textes heißt Editio princeps (Erstausgabe).
Gedruckte Quellen
Urkunde von 1173, ed. Friedrich Hausmann, in: MGH DD Friedrich I., Bd. 3, Hannover 1998, S. 654-675.
Ausonius, Mosella, in: Ausonius, Opera omnia, hrsg. u. übers. v. Paul Dräger, Bd. 2, Das Trierer Werk, Trier 2011, S. 54-302, hier S. 78.
Ungedruckte Quellen liegen im Original und/oder in reproduzierter Form in einer Sammlung, also in einem Archiv oder in einer Bibliothek. Dieser Aufbewahrungsort muss im Zitat mit der (internen) Signatur nachgewiesen werden. In den Quellenverzeichnissen historischer Arbeiten werden die Archive der Bedeutung nach aufgeführt. Es sollte deutlich werden, welche Bestände bearbeitet wurden.
Ungedruckte Quellen
Urkunde von 1253, in: Landeshauptarchiv Koblenz, Best. 1 C, Nr. 253.
Edikt (Atour) des Metzer Rates von 1434, in: Bibliothèque nationale, Paris, Ms. Fonds français 10456, fol. 167 v°.