In der deutschsprachigen, aber auch französischen oder italienischen Literatur, wird nur bei selbstständig erschienen Einzelschriften ein Literaturverzeichnis erwartet. In Aufsätzen ist das unüblich; hier wird die Quelle bei ihrer ersten Nennung im Anmerkungsapparat vollständig, danach mit Verweis hierauf in Kurzform zitiert.
Zusammen mit dem Quellenverzeichnis weist das Literaturverzeichnis die verwendeten Quellen und Literatur vollständig nach und dient so als Referenz für die Kurzzitate im Apparat. Es kann in mehrere alphabetisch sortierte Blöcke untergliedert werden.
Da das Literaturverzeichnis in erster Linie als Referenz für die Kurzzitate dient, muss es genauso wie diese geordnet sein, also alphabetisch nach Verfassern und Sachtiteln oder Herausgebern. Wenn in den Kurzzitaten kein Erscheinungsjahr angegeben ist, sollten die Werke eines Verfassers auch nicht chronologisch, sondern ebenfalls alphabetisch sortiert werden. Die Nennung der Kurzform bei dem vollständigen Zitat im Literaturverzeichnis ist nur bei Verwechslungsgefahr geboten, ansonsten ist sie überflüssig.
Ob der Nachname, nach dem ja sortiert wird, vorgezogen wird, ist Geschmacksache. Zwingend ist das nicht.
Bisweilen wird das Literaturverzeichnis weiter unterteilt, nach welchen Gesichtspunkten auch immer. Es handelt sich dann um eine Bibliographie, die höheren Nutzen stiftet als das bloße alphabetische Verzeichnis. Hier ist darauf zu achten, dass die Kurzzitate auch weiterhin leicht aufgelöst werden können. Vor allem die französischsprachige Literatur legt Wert auf die Bibliographie als Ergänzung zur Monographie oder Biographie.
In der deutschsprachigen Literatur werden üblicherweise die gedruckten Quellen und Primärtexte von der Literatur getrennt, gegebenenfalls noch Periodika oder bestimmte Textgattungen, wenn diese Quellen- oder Materialsammlungscharakter haben.
Die englischsprachige Literatur verwendet auch bei kürzeren Abhandlungen ein Literaturverzeichnis und ein formalisiertes Kürzungssystem mit Autor oder Sachtitel, Erscheinungsjahr und der Belegstelle als nackter Zahl. Bei Verwechslungsgefahr wird das Erscheinungsjahr durchgezählt. Wo das Englische als Wissenschaftssprache akzeptiert ist, wird diese Zitierweise auch angewendet.