Die Zitation von Internetquellen nennt außer den bibliographischen Angaben die Belegstelle in Form eines Url als statischem Verweis und einen »Zeitstempel«. Hiermit soll belegt sein, dass die herangezogene Quelle an dem benannten Tag unter der angegebenen Adresse erreichbar war.
Da ein solcher Beleg nichts wert ist, wenn das zitierte Werk nicht auch gedruckt vorliegt, handelt es sich bei den Internetquellen wohl nur um eine alternative Ausgabeform der gedruckten Literatur. Was soll mit reinen Internetquellen ansonsten auch belegt werden?
Wissenschaftliche Texte, die nur im Internet existieren, sind hinsichtlich der Urheberschaft und des Veröffentlichungszeitpunktes äußerst problematisch, da selbst auf einem Dokumentenserver Daten verändert werden können. Das gedruckte Buch »beurkundet« die Urheberschaft und das Datum der Veröffentlichung, aber auch jeden einzelnen Buchstaben eines Textes. Was ist ein Beleg wert, wenn der »Permalink« ein anderes Dokument oder gar nichts liefert?
Für bestimmte Textsorten ist die alleinige Veröffentlichungen im Internet angezeigt, da sie auch nicht unbedingt zitierfähig sein müssen.
Internetquellen
Jörg Schwarz, Besprechung von: Der Weg zur Kaiserkrone. Der Romzug Heinrichs VII. in der Darstellung Erzbischof Balduins von Trier, hrsg. v. Michel Margue, Michel Pauly und Wolfgang Schmid, Trier 2009 (Publications du CLUDEM 24), in: H-Soz-u-Kult, 26.08.2009, Url: http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2009-3-160 (20.12.2010).
Unter diesem Blickwinkel muss man die Entwicklung der Bibliotheken kritisch hinterfragen, die zunehmend das Buch vernachlässigen, um sich als zentrale »Bibliotheken« des Wissens zu gerieren. Durch den eifrigen Ausbau der Fernleihe und den immer weiter getriebenen sogenannten Kopienversand werden urheberrechtlich geschützte Druckwerke in ihrem Absatz behindert, so dass der Erfolg eines Werkes inzwischen von der verkauften Auflage völlig entkoppelt ist. Was machen die Bibliotheken, wenn es keine Druckwerke mehr gibt?