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Neuerscheinung zum Trierer »Jakobsspitälchen«, neue Schriftenreihe

Erstellt am 01.06.2011 Kategorie: Aktuell

Kleine Schriften der Trierer Historischen ForschungenIn unserem Verlag ist ein neues Buch zur Geschichte des Trierer Jakobsspitälchen erschienen, zugleich ein Beitrag zur noch jungen Disziplin der Realienkunde/Mittelalterarchäologie. Mit dem Band wird gleichzeitig eine neue Schriftenreihe der Universität Trier eröffnet, »Kleine Schriften der Trierer historischen Forschungen«, die in Ergänzung der Hauptreihe eine Publikationsmöglichkeit für kleinere Sammelbände und Monographien bieten und durch einen günstigen Preis breitere Leserkreise ansprechen soll.

Daniel Raths, Sachkultur im spätmittelalterlichen Trier. Die Rechnungsüberlieferung des St. Jakobshospitals, Trier 2011 (Kleine Schriften der Trierer historischen Forschungen 1), 299 Seiten, 47 Abbildungen, tabellarische Übersicht über die Rechnungsüberlieferung im Anhang, ISBN 978-3-89890-153-6, Euro 26,90.

Raths untersucht auf der Grundlage der neueren realienkundlichen Forschung die spätmittelalterliche Sachkultur und das Alltagsleben in Trier am Beispiel des »Jakobsspitälchens« im 15. Jahrhundert. Erstmals wird die früheste Rechnungsserie des Hospitals (1437/38 bis 1480/81) umfassend ausgewertet und den zahlreichen Bildzeugnissen sowie der einschlägigen Sachüberlieferung gegenübergestellt. Sie wird auch in einer tabellarischen Übersicht im Anhang im Einzelnen aufgeführt.

Aufgrund der Funktion des Hospitals u. a. als städtische »Rentenanstalt«, »kommunale Bank« und größter Grundbesitzer in der Stadt wird der neben den Rentmeistereirechnungen wichtigste Bestand an seriellen Quellen für die weitere Forschung aufgeschlossen. Insofern leistet die Arbeit über die engere Hospitalsgeschichte hinaus einen wertvollen Beitrag zur Alltags-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte Triers in der wichtigen Umbruchphase des 15. Jahrhunderts. Die vielfältige Sachüberlieferung wird durch 47 Abbildungen veranschaulicht und durch Wort-, Sachen- und Namenregister zugänglich gemacht. Das Wortregister dürfte einiges Interessante für die Philologen des »frühbürgerlichen« Deutsch (Frühneuhochdeutsch), aber auch für die Trierer beinhalten: Hier finden sich Einträge wie »Gädemscher« (Verkaufsbuden bei St. Gangolf, aber auch in Bernkastel und Cochem) oder »pfaid« (Hemd/Häs), das einzige gotische Lehnwort im Deutschen.

Der geplante nächste Band der Schriftenreihe ist dem Trierer Gelehrten und Goethe-Freund Wyttenbach gewidmet.